Völkerkunde

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Yusuf und Zulaikha

Persische Miniaturen von Schönheit und Liebe

Die Josefsgeschichte ist Teil der Thora und des Alten Testaments. Im Koran gilt sie als eine der schönsten Erzählungen. Während in der jüdisch-christlichen Erzähltradition der Fokus auf der Vorhersehung und der genealogischen Einhängung der zwölf Stämme Israels liegt, steht in der mystische Tradition des Islam die Figur des Josef als Allegorie für die göttliche Schönheit im Mittelpunkt.

 

Die Liebe von Josef (Yusuf) und Zulaikha, Gemahlin des Potiphar, ist auch eines der großen Themen der persischen Literatur, dem der Dichter Dschami (1414-1492) in seinem Epos „Die sieben Throne“ (haft awrang) seine klassische Form gab. Das ewige Zusammenspiel von Schönheit und Liebe, von Dschami meisterhaft besungen, findet auch in der Tradition der islamischen Mystik seine Deutung: Josef als die göttliche Schönheit in Person und Zulaikha als die wahre Liebende. Zu Dschamis Werk gibt es zahlreiche, oft reich illustrierte Manuskripte. In der Moghul-Zeit verbreitete sich der literarische Stoff bis auf den indischen Subkontinent. Aus einem solchen Manuskript stammt auch die Folge der in der Ausstellung präsentierten Miniaturen, die dieses zeitlose Thema von Liebe und Schönheit in zauberhaften Kompositionen ins Bild setzen.

 

17. Dezember 2017 - 11. März 2018

 

 

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