Ragamala

Ragamala
Musik für die Augen

Sonderausstellung
ab 25. Juli 2021

Ragamala sind eine für Indien spezifische Kunstgattung und gehören dort zu den beliebtesten Formen der Miniaturmalerei. Es handelt sich dabei um musikinspirierte Bildsequenzen, die als bildliche Kommentare zu den allseits bekannten Melodiefolgen und den damit einhergehenden Stimmungen konzipiert sind. Ihre Festlegung beruht auf der klassischen indischen Musiktheorie mit der ihr zugrundeliegenden komplexen Systematik der ästhetischen Erfahrung (Sanskrit: raga).  Ein musikalisch vorgetragener Raga soll die Stimmung und so das persönliche Empfinden der Zuhörer bzw. der Spieler „färben“. Ragamala sind eine Interpretation dieser musikalischen Vorlagen durch das Medium des Bildes. Die Miniaturen werden damit zu einem exquisiten Ausdruck der traditionell mit der Musik verbundenen gefühlsmäßigen Assoziationen. Sie sind somit das visuelle Gegenstück zum akustischen Raga. Die eine Kunstform färbt das Gemüt über das Auge, die andere über das Ohr. Die Absicht der Künstler lag aber vor allem darin, dem Betrachter mit den detailreichen Bildkompositionen durch die Verbindung von Musik, Dichtkunst und Malerei ein feinsinniges Vergnügen zu bereiten.

Die Präsentation der sammlungseigenen Miniaturmalereien der Ragamala-Serien aus dem 18. und 19. Jahrhundert möchte dazu einladen, diese zarten und kunstvollen Miniaturen mit Auge und Ohr zu genießen.